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Software Qualität

Es zählt der Projekterfolg

Prof. Dr.-Ing. Sabine Radomski

Prof. Sabine Radomski lehrt seit 17 Jahren an der Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) in den Bereichen Verteilte Systeme, Software Engineering, Software Management sowie User Experience. Daneben engagiert sie sich sehr stark für die Förderung des IT-Nachwuchses und forscht in den Segmenten Cloud-Computing, IT-Sicherheit und Softwarequalität.

Unter den rund 1400 Studierenden der HfTL ist sie jedoch vor allem wegen des von Ihr ins Leben gerufenen Software-Engineering Wettbewerbs bekannt. Denn an welcher Hochschule gibt es statt einer Vorlesung einen Wettbewerb. Diesen Wettbewerb gibt es mittlerweile schon das fünfte Jahr in Folge! Also wird es Zeit für ein Interview mit Prof. Sabine Radomski.

HfTL: Was hat Sie vor fünf Jahren bewogen, mit Studierenden einen Wettbewerb statt der üblichen Vorlesungen zu starten?

Prof. Radomski: Für mich steht die Praxis im Mittelpunkt meiner Lehre und wo lässt sich das für Studierende besser erleben, als in Software Entwicklungsprojekten mit echten Themen aus dem Berufsleben. Die studentischen Projektteams stehen im Wettbewerb untereinander, um besonders gute Leistungen zu erreichen, welche noch zusätzlich ausgezeichnet werden. Nebenbei gesagt fördert die Projektarbeit auch die sozialen Kompetenzen und bereitet auf das spätere Berufsleben vor. Diese Projekte und damit auch der Wettbewerb ersetzen für die Studierenden nicht nur die Vorlesungen, sondern auch die Klausur, denn die Projektergebnisse werden nach klar definierten Kriterien bewertet und benotet. Damit wird in dieser Lehrveranstaltung eine bessere Nachhaltigkeit der Wissensvermittlung erreicht als es mit Vorlesung und Klausur möglich ist.

HfTL: Vorlesung statt Wettbewerb. Das klingt nicht unbedingt nach einer Hochschule und einem naturwissenschaftlichen Studium?

Prof. Radomski: Richtig, ich hatte in der Anfangszeit mit Vorbehalten zu kämpfen. Der Software-Engineering Wettbewerb sorgte auch im positiven Sinne für Veränderungen und das sowohl bei Hochschullehrern und bei Studierenden. So wie sich Studierende jetzt aktiver einbringen, so mussten Hochschullehrer ihr didaktisches Konzept anpassen und neue Wege besonders bei der Bewertung der Leistungen gehen. Rückblickend lässt sich sagen, es hat sich für alle Beteiligten gelohnt.

HfTL: Steigende Teilnehmerzahlen – in diesem Jahr über 200 Teilnehmer -  bedeuten ja auch für Sie als Hochschullehrerin einen größeren Aufwand. Wer unterstützt sie bei der Vorbereitung und Durchführung?

Prof. Radomski: Ich bin froh, dass mich hier meine Kollegen, Prof. Hartmann und die Labor-Ingenieure Herr Reinke und Herr Georg mit sehr großem Engagement unterstützen und ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei Ihnen dafür zu bedanken. Und nicht unerwähnt bleiben sollte die langjährige, sehr gute Zusammenarbeit mit unserem Kollegen von Telekom Ausbildung, Herr Jens Helbig und Herrn Marko Winkler von der MMS Dresden.

HfTL: Können Sie uns etwas zu den Bewertungskriterien sagen?

Prof. Radomski: Sicher, es ist ja kein Geheimnis, dass die Jury alle von unseren Studierenden eingereichten Projektergebnisse nach definierten Kriterien bewertet. Neben Aufwand, Nutzen und Schwierigkeitsgrad steht die Innovation im Mittelpunkt. Ist es eine originelle Idee, ein kreativer Lösungsweg abseits der üblichen, standardisierten Wege. Weiterhin natürlich die Kundenzufriedenheit und der Projekterfolg. Alles zusammen ergibt dann die Platzierung des Teams. Die Kriterien für den Wettbewerb unterscheiden sich von den Schwerpunkten für die Bewertung der Studienleistung / Modulnote.

HfTL: Wie haben sich die Themenstellungen für die Studierenden im Verlauf der fünf Jahre entwickelt.

Prof. Radomski: Sind wir anfangs noch mit Themen aus der Hochschule selbst gestartet, hat sich das seit 2 bis 3 Jahren grundlegend geändert. Die Inhalte der zu lösenden Problemstellungen sind deutlich komplexer und schwieriger geworden. Das spornt natürlich auch an und ich freue mich, dass wir  neben Firmen aus der Region stets auch die T-Systems, die Telekom AG und die T-Systems Open Telekom Cloud als verlässliche Themenpaten und auch, dass halte ich für sehr wichtig, als Sponsoren begrüßen können.

HfTL: Wie wichtig sind die Sponsoren für den Wettbewerb?

Prof. Radomski: Natürlich geht es auch in diesem Wettbewerb um Anerkennung für die gezeigten Leistungen. Und gerade in diesem Jahr hatte es die Jury nicht einfach, bei so viel hervorragenden Ergebnissen. Ich bin deshalb sehr froh, dass wir neben den Workshops von Herrn Jens Helbig, dem Marko Winkler der T-Systems Multimedia Solution, CCC Software aus Leipzig und Metaeffekt auch sehr viele, wertige Sachpreise der T-Systems International Open Telekom Cloud vergeben durften. Wir konnten dieses Jahr an den ersten Platz für jedes Teammitglied eine Huawei Band 2 Pro (Fitness Tracker), für den 2. und dritten Platz für jedes Teammitglied einen JBL Bluetooth Speaker sowie für den 4. Platz für jedes Teammitglied einen hochwertigen Fidgetspinner vergeben. Außerdem konnten wir uns dieses Jahr für die ehrenamtliche Unterstützung des Wettbewerbs bei Jens Helbig und Marko Winkler mit je einem Samsung Galaxy S6 Edge und einen Battery Pack gesponsert von Open Telekom Cloud bedanken.

HfTL: Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Wettbewerbs?

Prof. Radomski: Zukunftsweisende Ergebnisse mit einem hohen fachlichen Niveau. So wie in diesem Jahr die Erstplatzierten mit ihrem Avatar im Projekt „Presentation to Animation“. Natürlich viele Studierende, welche sich intensiv am Wettbewerb beteiligen und ich wünsche mir ganz persönlich, dass der Wettbewerb als innovatives Lern- und Lehrmodul weiterhin ein fester Bestandteil unserer Studiengänge bleibt.

HfTL: Vielen Dank für das Interview an Prof. Sabine Radomski

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