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Künstliche Intelligenz und ihre Machtstellung

Symbolbild Künstliche Intelligenz

Die Entwicklung der künstlichen Intelligenz nimmt immer größere Dimensionen auf. Vom schlauen Staubsauger, der einen Raum automatisch säubert, bis hin zum autonomen Kampfroboter, der einen Soldaten ersetzt. Wir befinden uns aktuell in einer Zeit des Umdenkens und des Aufschwunges bezüglich künstlicher Intelligenz. Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit dem Zitat von Vladmir Putin: „It [AI] comes with colossal opportunities, but also threats that are difficult to predict. Whoever becomes the leader in this sphere will become the ruler of the world.“ (09/2017). Dazu wird folgende These aufgestellt: „Wer im Kontext der künstlichen Intelligenz in Führung geht, wird die Welt beherrschen.“ Um diese These zu stützen wird vorerst innerhalb der Grundlagen der Begriff der künstlichen Intelligenz definiert sowie deren Funktionsweise erläutert. Darüber hinaus wird der aktuelle Stand im Allgemeinen und in militärischer Hinsicht beschrieben und anhand von Beispielen veranschaulicht. Grundbegriffe für das allgemeine Verständnis werden aufgezählt und erklärt. Im Analyseteil wird die Aussage Putins zerlegt und zu Basis der zuvor aufgestellten Grundlagen auf Korrektheit geprüft. Im Fazit wird noch ein Rückblick auf die behandelten Themen gegeben und gestellt.

1. Einleitung
In dieser Seminararbeit geht es um die These: „Wer im Kontext der künstlichen Intelligenz in Führung geht, wird die Welt beherrschen.“. Innerhalb der Grundlagen wird der Begriff der künstlichen Intelligenz definiert sowie die Funktionsweise erläutert. Darüber hinaus wird der aktuelle Stand in allgemeiner und militärischer Hinsicht beschrieben und anhand von Beispielen veranschaulicht. Grundbegriffe für das allgemeine Verständnis werden aufgezählt und erklärt. Im Analyseteil wird die Aussage Putins zerlegt und zu Basis der zuvor aufgestellten Grundlagen auf Korrektheit, geprüft. Im Fazit wird noch ein Rückblick auf die behandelten Themen gegeben und gestellt.

2. Grundlagen

2.1 Definitionsansätze von künstlicher Intelligenz

Der Begriff der künstlichen Intelligenz stammt vom englischen Wort „artificial intelligence“ ab. Jedoch kann dieser Begriff nicht genau abgegrenzt werden, da es aktuell keine genaue Definition für „Intelligenz“ gibt. Die Thematik der künstlichen Intelligenz ist bereits seit Jahrzehnten in verschiedensten Bereichen ein fester Bestandteil dieser und lässt sich somit nicht genau definieren.

Im Allgemeinen wird künstliche Intelligenz als ein Oberbegriff für eine Reihe von Computeralgorithmen und Ansätzen, die es Maschinen ermöglichen, so zu fühlen, zu denken, zu handeln und sich anzupassen, wie es Menschen tun oder in einer Weise, die über unsere Fähigkeiten hinausgeht. Die Künstliche Intelligenz kommt zwar aus der Informatik und ist ein Teilgebiet dieser, benötigt jedoch für eine vollfunktionsfähige Funktionalität die Zusammenarbeit mit der Philosophie, der Psychologie, der Linguistik und der Neurowissenschaften.[1]

2.2 Abgrenzung schwache/starke KI

Im Themenbereich der künstlichen Intelligenz wird zwischen der starken und schwachen künstlichen Intelligenz unterschieden. Während sich die schwache künstliche Intelligenz in der Regel mit konkreten Anwendungsproblemen beschäftigt, geht es bei der starken künstlichen Intelligenz darum, eine allgemeine Intelligenz zu schaffen, die der des Menschen gleicht oder sie übertrifft.[2]

Als schwache künstliche Intelligenz lassen sich Systeme bezeichnen, die für einen bestimmten Anwendungsfall konstruiert sind. Als Basis für die Problembewältigung werden hier Methoden aus der Informatik und der Mathematik herangezogen, die speziell für das Problem entwickelt und optimiert werden. Beispiele für eine solche künstliche Intelligenz sind das autonome Fahren oder die Bildanalyse. Bei der Bildanalyse werden einem intelligenten System zunächst Daten wie zum Beispiel Bilder von Verkehrsschildern eingespeist. Am Anfang entscheidet noch größtenteils der Zufall darüber, ob die Verkehrsschilder richtig oder überhaupt erkannt werden.
Da das System jedoch jedes Mal Feedback bekommt, ob es richtig lag, wird die Bewertung mit der Zeit immer besser. Da Computersysteme nicht müde werden und rund um die Uhr lernen, können sie in vergleichsweise kurzer Zeit Lernziele erreichen.[3]

Alle heute existierenden Systeme fallen unter die Kategorie der schwachen KI. [4] Ray Kurzweil beschreibt die starke KI wie folgt: „Die starke KI ist die Form der künstlichen Intelligenz, die die gleichen intellektuellen Fertigkeiten wie der Mensch hat oder ihn darin sogar übertrifft.“ [5]
Das bedeutet, dass sie im Vergleich zu einer schwachen KI alle Aufgaben lösen kann, die auch der Mensch lösen kann. Daraus kann man auch schließen, dass eine solche KI in der Lage ist, aus eigenem Antrieb Entscheidungen zu treffen.

2.3 Funktionsweise

Bei der Entwickelung von künstlicher Intelligenz geht es darum, eine Software zu entwickeln, die im Stande ist Aufgaben zu erfüllen, die der Intelligenz eines Menschen bedarf. Die Anforderung an die intelligente Software ist es, aus gespeicherten Daten korrekte Schlussfolgerungen zu ziehen. Außerdem muss die Software eine Lernfähigkeit besitzen und in der Lage sein, sich flexibel an Probleme anzupassen. Eine wichtige Rolle in der Funktionsweise spielt das „maschinelle Lernen“.
Maschinelles Lernen ist eine Methode um eine künstliche Intelligenz zu trainieren, die auf statistischen Lernmethoden beruht. Der Algorithmus analysiert die vorhandenen Daten, welche als Trainingsdaten bezeichnet werden, und versucht Muster und Zusammenhänge in den eingegebenen Daten und deren erwarteten Ergebnissen zu erkennen. Die Muster sollen später auf neue Daten angewendet werden können, wodurch dann Ergebnisse prognostiziert werden, die mit Hilfe der vorhandenen Daten auf Richtigkeit überprüft werden.
Deswegen wird unterschieden zwischen Trainingsdaten, die nur zum Trainieren der künstlichen Intelligenz genutzt werden und Testdaten, welche dazu benutzt werden, das aufgestellte Ergebnis auf Richtigkeit zu überprüfen.[6]

2.4 Aktueller Stand der Technik

2.4.1 Allgemein

Künstliche Intelligenz bekommt mit der Zeit eine immer wichtigere Rolle zur Verarbeitung der immer größer werdenden Datenmengen. Aufgrund des enormen Aufschwungs der Technologie, setzen immer mehr Firmen auf künstliche Intelligenz.[6]

Aktuell spielt künstliche Intelligenz in der Marketingbranche eine große Rolle, beispielsweise arbeiten sieben von zehn Marketingentscheidern mit KI-Technologien. Ein weiteres Anwendungsgebiet von künstlicher Intelligenz im Marketing sind die Empfehlungen in Online Shops. Die Künstliche Intelligenz befindet sich zurzeit in einer Phase des Umbruches. Hierbei gibt es vier große Bereiche, die diesen Umschwung veranlassen: Größere Rechenleistungen (Cloud-Computing macht Hochleistungsrechner für alle zugänglich), mehr auswertbare Daten (vor allem da Kameras und Sensoren sich vermehren), bessere Algorithmen (Ansätze haben sich von akademischen Kuriositäten zu einer besseren menschlichen Leistung bei Aufgaben wie Leseverständnis entwickelt) und eine verstärkte Investition. [7]

Laut dem Worldwide Artificial Intelligence Systems Spending Guide der International Data Corporation (IDC) werden die Kosten für KI-Systeme im Jahr 2023 97,9 Milliarden Dollar erreichen.[8] Diese waren im Jahre 2019 noch auf einer Höhe von 37,5 Milliarden Dollar. Nach einer Studie von Microsoft die sich mit der Einführung von KI-Systemen in Unternehmen beschäftigt, liegen russische Unternehmen an erster Stelle. Die Studie, an der 800 Führungskräfte aus internationalen Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeiter teilnahmen, zeigt, dass sich 30 Prozent der russischen Unternehmen aktiv für die Einführung von künstlicher Intelligenz einsetzen. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 22,3%. [9]

2.4.2 Militär

Im militärischen Aspekt kommt künstliche Intelligenz auf defensiver sowie offensiver Weise zum Einsatz. In der Hinsicht defensiver Weise werden militärische System dafür benutzt, um Lagebeurteilungen für Gebiete zu erstellen. Diese analysieren und bewerten den aktuellen Konflikt und reagieren entsprechend mit einer militärischen Strategie zur Vermeidung dieser. Darüber hinaus können defensive Systeme dafür genutzt werden, um feindliche Angriffe zu erkennen und abzuwehren.

Offensiv gesehen werden militärische Systeme meistens zu Gegengenschlag Maßnahmen, sowie zur Sicherung von Gebieten durch autonome Fahrzeuge, welche die Position der gegnerischen Einheiten ermitteln kann und weiterleitet. Jede offensive und defensive Handlung wird aktuell noch von einem Menschen betreut und somit kontrolliert.[5]
Es wird kritisch darüber diskutiert, ob man „intelligenten“ Systemen die Entscheidungsfreiheit übertragen sollte. Es würden dabei folgende, sogenannte Autonomiegrade in Frage kommen. Die Autonome Steuerung unter menschlicher Steuerungskotrolle ist das permanente Eingreifen von Menschen auf Autonome Roboter. Ein Beispiel hierfür sind Drohnen die vordefinierten Routen abfliegen, wo sie dabei selbstständig die aktuelle Wetterlage berücksichtig. Die autonome Auftragsbewältigung ohne Kontrollsteuerung aber mit Vetorecht ist hingegen die Steuerung beziehungsweise Einschreiten eines Menschen durch einem Veto-Befehl oder mithilfe eines Notausschalters. In diesem Fall ist die Autonomie erforderlich, da die Reaktionszeit eines Menschen die Interaktion ausschließt. [10]

Ein weiteres Beispiel für „intelligente“ Systeme im militärischen Bereich findet man in Korea. So patrouilliert bereits der SGR-A1 Roboter an der Grenze zwischen Süd- und Nordkorea. Dieser - von einer Tochterfirma, von Samsung - gebaute, Roboter ist mit Maschinengewehren ausgestattet und fordert Menschen auf, die Hände hochzunehmen, wenn er sie ausmacht. Der Roboter ist ausgestattet mit Bewegungsmeldern und Hitzemeldern, um potenzielle Ziele schon aus zwei Meilen Entfernung auszumachen. Er soll dabei die gleichen Fähigkeiten haben wie ein menschlicher Soldat.[11]
Momentan wird der Roboter noch ferngesteuert, doch es gibt schon einige erfolgreiche Testversuche den Roboter vollautonom zu betreiben. Auch in der Bundeswehr kommen autonome Systeme zum Einsatz. Beispielsweise wird das Gebirgsjägerbattaillon von einem autonomen Fahrzeug unterstützt, welches bei Feindkontakt selbstständig Drohnen anfordert und sogar die Position der gegnerischen Schützen erkennen kann.[12]

Der russische General der Luftwaffe Virkot Bondarev arbeitet schon seit 2017 an von künstlicher Intelligenz gelenkten Raketen. Diese haben im Vergleich zu herkömmlichen Raketen das Ziel, in mitten des Fluges die Richtung zu wechseln. Das Eingreifen sowie die Steuerung durch den Menschen sind hierbei nicht notwendig. [13] Russland hat selber schon mehrere autonome sowie halbautonome Kampfsysteme getestet. Ein Bespiel hierfür ist das „neuronale Netz“-Kampfmodul von Kalaschnikow. Es ist ein Maschinengewehr, welches mit einer Kamera und einer künstlichen Intelligenz ausgestattet ist. Die Hersteller sagen selber darüber aus, dass das Maschinengewehr ohne menschliches Eingreifen seine eigenen zielgerichteten Urteile fällen kann. [17]
Der Vorstandsvorsitzende der russischen Kronstadt Group sagte, dass es unvermeidlich sei, dass in einer unbestimmten Zeit große Schwärme von unbekannten Drohnen über Kampfzonen fliegen werden. Die Group befasst sich mit luft-, see-, und landgestützten Militärsystemen. Sie haben die erste Drohne entwickelt, die vollständig auf der Basis von im Inland produzierten Komponenten hergestellt wurde. [18]
Die russische Regierung hat sich gegen ein Verbot tödlicher autonomer Waffensysteme ausgesprochen, was schon auf eine Tendenz hinweist. [19]

China ist innerhalb der Thematik mit einem festen Standbein vertreten. Durch die enge Beziehung von China und dem Silicon Valley, welches eine offene Natur der amerikanischen Forschungsgemeinschaft aufweist, können die die fortschrittlichsten Technologien der künstlichen Intelligenz des Westens für China leicht zugänglich gemacht werden. Ab dem Jahr 2017 bis zum Jahr 2030 möchte die chinesische Stadt Peking eine Infrastruktur mit künstlicher Intelligenz im Wert von 150 Milliarden Dollar schaffen. [20] Im Jahre 2017 sagte der chinesische Staat fünf Milliarden Doller und die Stadt Peking zwei Milliarden Dollar für ein Entwicklungspacket zu.[22]
China selbst bezieht jedoch häufig sensible aufstrebende Technologien wie Drohnen von privaten Start-Up Unternehmen, aus China. [21] 2018 berichtete die Japan Times darüber, dass die jährlichen privaten chinesischen Investitionen in der künstlichen Intelligenz knapp bei unterhalb von sieben Milliarden Dollar pro Jahr liegen. Die KI-Start-Ups in China erhielten 2017 fast die Hälft der weltweiten Gesamtinvestitionen der Start-Ups. China meldet fast fünfmal so viele Panter der künstlichen Intelligenz an, wie die Amerikaner. [23]  

2.5 Definition Macht

Die Bedeutung von Macht kann aus verschiedenen Sichtweisen betrachtet werden. Im Allgemeinen lässt sich Macht definieren als Innehaben einer Stellung und Funktion, aus der eine bestimmte Befugnis, Möglichkeit oder Freiheit resultieren, mit der sich über Menschen oder Verhältnisse bestimmen lässt.[14]
Weiterhin lässt sich wirtschaftliche Macht als „Möglichkeit einzelner oder mehrerer zusammenwirkender Wirtschaftssubjekte zur Beeinflussung der Willensentscheidungen anderer Wirtschaftssubjekte zur Förderung der eigenen Interessen“ definieren.[15]

Die Militärische Macht wird heutzutage über den technologischen Fortschritt gemessen. Die Stärke eines Militärs erübrigt sich aus den zu Verfügung stehenden Waffen- und Informationstechnologien.[16]

3. Diskussion

Damit verstanden werden kann, was Putin mit seinem Zitat meint, müssen wir uns erst damit beschäftigen was er mit diesem überhaupt aussagen möchte. Hierfür müssen die Aspekte seiner Aussage einzeln betrachtet und analysiert werden.
Als erstes nimmt er Bezug auf das „wer“. Das „wer“ beschreibt hierbei die Instanz in leitender Form. Die Instanz kann dabei in verschiedensten Formen auftreten. Durch Putins aktuelle Machstellung und im Kontext des erläuterten Vorgehens, kann die Instanz des „wer“ als ein Staat bezeichnet werden. Im nächsten Aspekt gehen wir auf in „Führung gehen“ innerhalb der künstlichen Intelligenz ein.
Wie äußert sich überhaupt wer in Führung geht und wer nicht? Um zu verstehen, wer in Führung geht, muss aufgezeigt werden, was Führung im Kontext bedeutet. Im bisherigen Kontext kann Führung zweideutig verstanden werden: In einer Hinsicht als eine Form der Leitung über Institutionen oder Staaten oder dem Aspekt des aktuellen Stands, sowie die Forschung in einem Gebiet.
In unserem Fall der künstlichen Intelligenz ist es eine Symbiose aus beiden Definitionen. Das eine kann nicht ohne das andere gelingen. Die Rolle der Leitung, welche von einer einfachen Person bis hin zu einem Staat reichen kann, kann nur dann wirksam sein, wenn es auch etwas gibt worüber geleitet werden kann. In Führung gehen bezieht sich im Ganzen auf die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Konkurrenten.
Die Konkurrenz beschränkt sich hierbei auf den aktuellen Stand der Entwicklung in Richtung Künstlicher Intelligenz. Es wird somit in unserem Szenario deutlich, dass derjenige, der in der Entwicklung von künstlicher Intelligenz in verschiedensten Bereichen am weitesten ist, die Position der Führung in Anspruch nehmen kann. Wie sich die Führung äußert, ist jedoch von der Rolle der Leitung abhängig. Wer würde nun von solch einer Führung profitieren? Wer von einer Führung profitiert, ist davon abhängig wer die Führung innehält. Die Führung kann zum Positiven, sowie zum Negativen genutzt werden.
Künstliche Intelligenz ist durch ihr breites Themengebiet und dem daraus resultierenden großen Spektrum an Möglichkeiten vielfältig einsetzbar. In unserem Beispiel des Militärs könnte sie sowohl offensiv, also auch defensiv eingesetzt werden. In defensiver und somit sichernder Funktion ist die künstliche Intelligenz in Bezug auf das Militär somit keine Gefahr für andere, sondern dient zur Abwehr und Verteidigung.
In offensiver und somit angreifender Funktion stellt die künstliche Intelligenz für diejenigen, die angegriffen werden, eine Gefahr dar. Man kann im Allgemeinen sagen, dass nur dann alle Parteien von der Entwicklung der künstlichen Intelligenz profitieren, wenn sie in defensiver Funktion eingesetzt wird und nicht in der offensiven.

Innerhalb seines letzten Aspektes seiner Aussage bezieht sich Putin auf das „Welt beherrschen“. Das „Welt beherrschen“ resultiert aus der Erläuterung des Aspektes der „in Führung gehen“ und der Definition der Aussage über Macht. Im Kontext des Zitates kann man schlussfolgern, dass daraus der größte Einfluss auf weltpolitische Entscheidungen erfolgt.
Im Gesamtzusammenhang der einzelnen Aspekten und den darauf folgenden Ansichten wird erläutert, dass Putin mit seiner Aussage im Kern meint, dass der Staat, welcher den höchsten Stand der Entwicklung und Technologien im Bereich der künstlichen Intelligenz besitzt, den größten politischen und militärischen Einfluss in Bezug auf weltpolitische Entscheidungen innehält. Mithilfe dieser Aussage wurde der Wettkampf innerhalb der künstlichen Intelligenz der einzelnen Länder bekannt gemacht.   
Anhand der dargestellten Abbildung (Abbildung 1) wird deutlich, dass das Wachstum des globalen Geschäftswertes von künstlicher Intelligenz nach aktuellem Stand zu erwartend linearer ist. Dieser lineare Anstieg ist vorausschlich auf das Modell der Investition des militärischen Bereiches zu übertragen.

Wie bereits im Abschnitt „Aktueller Stand der Technik“ im allgemeinen und militärischen Bereich zu erkennen ist, wird der Fokus der einzelnen Länder immer weiter auf die Wichtigkeit der künstlichen Intelligenz gelegt. Deutschland ist jedoch im Vergleich mit China, Korea oder Russland nicht so weit fortgeschritten und investiert nur Bruchteile gegenüber den anderen Ländern. Daraus kann geschlussfolgert werden, dass Deutschland ein Nachzügler auf diesem Gebiet ist und Länder wie Russland und China deutlich mehr Wert auf die Thematik der künstlichen Intelligenz legen. China ist aktuell das Land, welches am meisten in Forschung und Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz legt.
Anhand der Recherchen geht dabei hervor, dass China bei der Entwicklung Fokus auf einen allgemeineren Teil der künstlichen Intelligenz legt und nicht gezielt auf Waffen- oder Militärtechnologie. Genauere Aussagen darüber könnten jedoch nicht gemacht werden, da viele Dokumente und Information unzugänglich beziehungsweise vertraulich sind. Zu Russland hingegen können deutlich mehr Dokumente und Aussagen über Waffentechnologien und autonome Systeme gefunden werden. Russische Unternehmen entwickeln bereits autonome sowie halbautonome Waffensysteme, die durch künstliche Intelligenz einsetzen und ohne menschliches Eingreifen ihre eignen zielgerichteten Urteile fällen können.
Sie sagen dazu aus, dass es unvermeidbar wäre, sich in naheliegender Zukunft nicht mehr ohne autonome Drohnen an militärisches Einsetzen sich zu beteiligen.[18]

Weiterhin bekräftigt dies die Analyse der ETH Zürich, welche aussagt, dass künstliche Intelligenz, vor allem im Bereich Drohnentechnik viele Vorteile bietet.[10] Beispielsweise bereitet die Fernsteuerung von Drohnen einige Probleme. Sie schafft große Abhängigkeit von der Kommunikationsinfrastruktur, welche gestört oder verfälscht werden könnte. Zudem müssen für die Fernsteuerung große Datenmengen übertragen werden. Des Weiteren kommt es durch lange Funkdistanzen zu Verzögerungen.
Diese Probleme würden mit einem vollautomatischem Drohnensystem zum großen Teil abgeschafft werden. Darüber hinaus hätte man viel schnellere Reaktionszeiten und bessere Flugleistungen zu erwarten.[24] Anhand dieser Indizien kann auf eine hohe Relevanz von künstlicher Intelligenz im Militär geschlossen werden. Durch die Betrachtung der Gesamtheit aller Element im Kontext der künstlichen Intelligenz lassen sich, durch die großen Investitionen, der Wettkampf um die Vorreiterrolle sowie der Stellenwert in den einzelnen Themenbereichen, Schlussfolgerungen ziehen. Die Schlussfolgerungen belaufen sich dabei auf die Wichtigkeit des Fortschrittes sowie den Stellenwert des Standes der künstlichen Intelligenz eines Staates und der daraus folgenden Machtstellung in Bezug auf den militärischen Aspekten. Putins Aussage ist durch diese Schlussfolgerungen als korrekt einzustufen.

4. Mögliche Gefahren und Risiken

Bei den genannten Möglichkeiten und Vorteilen durch künstliche Intelligenz gibt es allerding auch einige Risiken und Gefahren. Die Gefahren beziehen sich dabei meistens auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Militär, besonders im Bereich der autonomen Waffensysteme. Experten diskutieren über die Risiken von künstlicher Intelligenz in autonomen Waffensystemen. Laut ihnen geht von autonomen Waffen die Gefahr eines automatisierten Vergeltungsschlages aus.[24]

Aufgrund der von Experten eingeschätzten Risiken und der militärischen Stärke, die von autonomen Waffensystemen beziehungsweise künstlicher Intelligenz im Militär ausgehen haben 26 Staaten bereits einem Verbot von autonomen Waffensystemen zugestimmt. Russland, China, die USA und Indien sprechen sich gegen ein Verbot aus.[25] Des Weiteren äußerte sich auch der CEO von Tesla, Elon Musk zum Thema künstlicher Intelligenz mit einer Reaktion auf die Aussage von Putin: Er ist besorgt, dass Regierungen um die Überlegenheit der künstlichen Intelligenz streiten und dadurch einen dritten Weltkrieg starten. Zudem ist er nicht der Überzeugung, dass Russland seinen technologischen Fortschritt teilen würde, da besonders die russischen Fortschritte auf diesem Gebiet nicht besonders einsehbar sind und Russland wenig von ihren militärischen Informationen preisgibt. Generell warnt Elon Musk vor künstlicher Intelligenz. Seiner Meinung nach ist es einer der größten Bedrohungen der Menschheit und mit seinen Befürchtungen steht es nicht alleine dar. Weiter prominente Personen, wie Bill Gates, Stephen Hawking, und weitere, äußerten sich kritisch zu dem Thema.[26]

4.1 Maßnahmen zur Senkung der Risken

“Was Computer wirklich können sollen, müssen wir entscheiden. Dafür brauchen wir diese ethischen Grundsätze. KI-Systeme müssen fair sein, und es muss eine Art Rechenschaftspflicht bestehen für alle, die KI entwickeln. Bevor wir für den Umgang mit KI neue Gesetze verabschieden, müssen wir uns der universellen Werte bewusst sein, die von den KI-Prinzipien geschützt werden sollen.” [27]
Diese Aussage traf Brad Smith, der Microsoft Präsident, am 22.08.2018, in Berlin. Er fordert einen Verhaltenskodex im Umgang mit künstlicher Intelligenz. Weiterhin fordert der Ethiker Peter Darbrock im Kontext der Benutzung und Programmierung von künstlicher Intelligenz, nicht allein die technischen Kompetenzen zu schulen, sondern allgemein die klassische Bildung bei den Beteiligten voranzutreiben.[28]

5. Fazit

Als abschließendes Ergebnis steht fest, dass die am Anfang genannte These Putins in einer gewissen Form korrekt ist. In welcher Form die These verstanden werden soll ist nicht bekannt, jedoch trifft sie auf das in dieser Arbeit behandelte Szenario im militärischen Bereich zu. Momentan findet ein Wettkampf zwischen den Staaten um die Vorreiterrolle im Thema der künstlichen Intelligenz statt. Deutschland ist in diesem Wettkampf einer der Nachzügler, wohin gegen China und Russland bereits jetzt viel in die Entwicklung und Forschung investieren und voraussichtlich wird einer der beiden Staaten die genannte Vorreiterrolle übernehmen.
Die Experten sind sich auch sicher, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz sehr effektiv ist und dass daraus eine große militärische Macht hervorgeht. Schließlich kann man sagen, dass künstliche Intelligenz eines der größten Zukunftsthemen der nächsten Jahre sein wird und zudem, dass der Vorreiter, unabhängig von der Betrachtungsweise, großen Einfluss in der Welt haben wird. Man kann jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nur Vermutungen und Prognosen aufstellen und nichts garantieren.

5.1 Kritischer Rückblick

Im Gesamtkontext kann die Arbeit dahingehen kritisch betrachtet werden, da viele wichtige Dokumente und Quellen nicht für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich und unter Verschluss sind. So mussten Teils Schlussfolgerunden anhand der aufgestellten Grundlagen hergeleitet werden. Darüber hinaus kann nicht eindeutig vorhergesagt werden, wie die Entwicklung der künstlichen Intelligenz in naher Zukunft aussieht, sondern nur Vermutung anhand von früheren Entwicklungen geschlossen werden. Zudem kann man einige Begriffe in diesem Kontext nicht eindeutig definieren und es war nötig sich auf ein spezifisches Szenario zu begrenzen.

5.2 Ausblick

Hinsichtlich des aktuellen Standes sollten weitere Arbeiten in diesem Themenbereich die Entwicklung der künstlichen Intelligenz sowie neue Ergebnisse abwarten, da sich anhand des aktuellen Standes der Technologie noch kein genauer Ausblick auf die Zukunft gegebenen werden kann.


Literaturverzeichnis

  • [1] Handbuch der Künstliche Intelligenz, 3 Auflage, G. Görz, C-R. Rollinger, J. Schneeberger (Hrsg.), München, Wien, Oldenburg 200
  • [5] Künstliche Intelligenz ein moderner Ansatz, 3 aktualisierte Auflage, Stuart Russell, Peter Norvig, 2012´
  • [8] Künstliche Intelligenz ein moderner Ansatz, 3 aktualisierte Auflage, Stuart Russell, Peter Norvig, 2012´
  • [20] "China seeks dominance of global AI industry". Financial Times. 15 October 2017. Retrieved 24 December 2017.
  • [21] China enlists start-ups in high-tech arms race". Financial Times. 9 July 2017. Retrieved 24 December 2017.
  • [22] Metz, Cade (12 February 2018). "As China Marches Forward on A.I., the White House Is Silent". The New York Times. Retrieved 14 February 2018
  • [23] The artificial intelligence race heats up". The Japan Times. 1 March 2018. Retrieved 5 March 2018.
  • [26]https://books.google.de/books?hl=de&lr=&id=TFR3DwAAQBAJ&oi=fnd&pg=PT3&dq=k%C3%BCnstliche+intelligenz+t%C3%B6ten&ots=aiEarcsDAv&sig=srCrpIfXCdJCiH70EWlXEvbC9D4#v=onepage&q=k%C3%BCnstliche%20intelligenz%20t%C3%B6ten&f=false
  • [28] Peter Dabrock: Wir sollten auf klassische Bildung setzen. In: Aufbruch Künstliche Intelligenz - Was sie bedeutet und wie sie unser Leben verändert. Google LLC, SZ Scala GmbH, 2018, S. 34.]

 

 

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Abb. 1: Prognostizierte globale Geschäftswert der KI in Milliarden US-Dollar dargestellt. Daraus wird ersichtlich, dass sich dieser Wert zwischen 2017 und 2022 jedes Jahr erhöht Quelle:https://privatebank.jpmorgan.com/gl/de/insights/investing/how-ai-is-reshaping-the-future

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