Zum Inhalt
Tag der offenen Tür

Abenteuer Auslandssemester -Falko Sturm grüßt aus der Slowakei

Falko Sturm, Student der HfTL

Dobry den! Oder auch Ahoj.

So begrüßt man sich in der Slowakei. Da, wo ich zurzeit mein Auslandssemester verbringe. Genauer gesagt bei der Slovak Telekom im Design & Development Department in Bratislava. Hier absolviere ich das Praktikum und schreibe die Bachelor-Arbeit in meinem sechsten TKI-Semester. Dabei geht es um Konformitätstests von Diensten in IP basierten Netzwerken der nächsten Generation.

Warum ich nun gerade die Slovak Telekom gewählt habe, kann ich in zwei Sätzen kompakt erklären. Zum Einen habe ich hier die Möglichkeit, mein Englisch zu verbessern und meine Abschlussarbeit in Englisch zu verfassen. Zum Anderen wollte ich raus aus Deutschland, um in der Slowakei neue Erfah-rungen zu sammeln und eine für mich unbekannte Kultur und Sprache kennen zu lernen. Und genau das möchte ich euch in diesem Bericht vorstellen.

Bratislava ist kurz gesagt eine wunderschöne Stadt. Manche mögen mir da eventuell widersprechen, da große Teile der Stadt noch aus vergangenen Tagen stammen und nicht im besten Zustand sind. Aber wunderschön kann man auch anders definieren. Die historische Altstadt ist geprägt von alten Gemäuern, Museen sowie unzähligen Pubs und Restaurants. Von der Burg oder dem Soldatenfried-hof aus hat man einen fantastischen Blick auf die Stadt, besonders nachts. Bratislava bietet alles, was das Studentenherz begehrt. Kultur, viele Möglichkeiten um sich sportlich zu betätigen und natürlich ein kunterbuntes Tag- und Nachtleben. Da ist für jeden etwas dabei. Der Geldbeutel wird auch ge-schont, da hier Pivo, also das Bier, in den Pubs zwischen 1 und 2 Euro kostet. Ein weiterer Pluspunkt ist die Lage der Stadt. Wien ist nur 50 Minuten mit dem Zug entfernt und Budapest 2 ½ Stunden mit dem Bus. Diese Städte habe ich das erste Mal in meinem Leben besucht und war begeistert.

Die Menschen hier sind mir mittlerweile ans Herz gewachsen. Kurz nach meiner Ankunft hatte ich die üblichen Probleme, die man in einem fremden Land bekommt. Sprachschwierigkeiten, andere Sitten und Umgangsformen sowie anderes Essen. Einkaufen war in den ersten Tagen wie Glücksspiel für mich. Ich konnte mich aber sehr schnell einleben und anpassen. Auch mit der Orientierung hatte ich zu kämpfen. Aber dank einem Stadtplan, Stift und hilfsbereiten Einheimischen konnte ich mich schnell zu Recht finden. Man kann sich hier größtenteils auf Englisch und teilweise sogar auf Deutsch verständigen, vor allem mit den slowakischen Studenten. Wenn man mit Fremden ein Gespräch mit 2-3 Sätzen auf Slowakisch beginnt, bricht das Eis sofort. Man lernt die Freundlichkeit und Großzügig-keit der Slowaken zu schätzen, denn oft werde ich zum Essen eingeladen oder zum Trinken von Borovička überredet. Daher arbeite ich auch fleißig daran, mein Slowakisch zu verbessern. Auf Arbeit spreche ich mit meinen Kollegen den ganzen Tag Englisch gemischt mit etwas Slowakisch.

Von April bis Mai war in Bratislava die Eishockey WM. Drei Wochen lang Ausnahmezustand. Eishockey ist der Nationalsport der Slowaken. Dementsprechend ausgelassen war die Stimmung im Fun Village direkt neben dem imposanten Stadion. Unter 8.000 Slowaken gefällt einem jeder Sport. Vor Kurzem war auch Museumsnacht. Bis Mitternacht war ich mit Freunden in unzähligen Museen un-terwegs. Da habe ich erst einmal gesehen, wie viele interessante Museen es in Bratislava gibt. Seit Juni hat der Magio Beach von der Slovak Telekom geöffnet. Es gab sogar eine inoffizielle Eröffnungs-feier nur für Mitarbeiter. Nun gehe ich mit meinen Kollegen zwei Mal die Woche Beach Volleyball spielen. Entlang der Donau habe ich super Bedingungen, um für den Halbmarathon im September und Oktober zu trainieren, egal ob auf Wiese, Sand, Asphalt oder im Wald.
Mein nächstes Ziel wird es sein, den Rest der Slowakei zu erkunden. Da ich viele neue Freundschaf-ten geschlossen habe und einige meiner Freunde nicht aus Bratislava kommen, wurde ich schon mehrfach von ihnen in deren Heimat eingeladen. Städte wie Zilina, Kosice und Nitra sowie die Hohe Tatra (ein Hochgebirge im Norden der Slowakei) und die Burg Spiš stehen auf meinem Plan. Letztere gehört zu den größten Burganlagen in Europa und ist Weltkulturerbe der UNESCO.

Ich könnte euch noch viel mehr berichten, aber ein Buch wollte ich nicht verfassen. Hier in Bratislava fühle ich mich sehr wohl und würde gerne länger bleiben. Auf jeden Fall kann ich jedem, der ein Aus-landssemester absolvieren möchte, die Slowakei empfehlen. Ein interessantes Thema bei der Slovak Telekom lässt sich für den einen oder anderen auf jeden Fall finden. Aber die zusätzlichen Erfahrun-gen, die man in einer fremden Kultur sammelt, sind einfach Unbezahlbar. Daher werde ich auch ver-suchen, im Master mindestens ein weiteres Semester im Ausland zu studieren.

Viele Grüße nach Leipzig. Tschüss und auf Wiedersehen.

Cau a dovidenia!
Falko Sturm