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Aktuelle Pressemitteilungen der Hochschule für Telekommunikation Leipzig

Hier finden Sie die aktuellen Pressemitteilungen aus dem Jahr 2018 der Hochschule für Telekommunikation Leipzig.
Pressemitteilungen aus den vergangenen Jahren finden Sie in unserem Pressearchiv.

Vereinsgründung: „Leipzig Science Network“ strebt strategische Zusammenarbeit im Leipziger Wissenschaftsbetrieb an

Der Vorstand des Leipzig Science Network: Daniel Mayer (Administrativer Geschäftsführer Deutsches Biomasseforschungszentrum), Claudia Kostka (Verwaltungsleiterin TROPOS - Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e.V.), Oliver Grimm (Kanzler Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig) (v.l.n.r.). Foto: Philip Köhler.
Logo des Leipzig Science Network

Der Wandel der Rahmenbedingungen für die öffentliche Wissenschaftsfinanzierung, der Wettbewerb um hochqualifizierte Fachkräfte, die wissenschaftliche Sichtbarkeit sowie zukünftige Drittmittel-förderungen sorgen für neue Herausforderungen im Wissenschaftsbetrieb. Mit der Vereinsgründung des „Leipzig Science Network“ (LSN) haben Vertreter verschiedener Leipziger Institutionen am 17. April 2018 den Aufbau eines nachhaltigen Wissenschaftsnetzwerkes für den Standort Leipzig initiiert. Gemeinsam sollen die vielfältigen administrativen Aufgaben des Wissenschaftsbetriebs zukünftig besser koordiniert und strategisch ausgebaut werden.

Unter dem Dach des neu gegründeten gemeinnützigen Vereins, dem sich aktuell insgesamt 15 Leipziger Wissenschafts- und Hochschuleinrichtungen angeschlossen haben, sollen sowohl wissen-schaftliche Kooperationen ausgebaut wie gemeinsame Aktivitäten der in der Region ansässigen Forschungsinstitutionen gebündelt werden. Hierzu zählen unter anderem (inter-)nationales Standort-marketing sowie die Repräsentation gegenüber Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Gemeinsames Ziel ist es, den Wissenschaftsstandort Leipzig inhaltlich zu stärken und die Sichtbarkeit nach außen zu erhöhen.

„Mit dem Leipzig Science Network wollen wir die Zusammenarbeit der Wissenschaftseinrichtungen in der Region Leipzig insgesamt intensivieren und kooperative Lösungen für gemeinsame Aufgaben aller Einrichtungen initiieren, etwa bei Personalangelegenheiten, dem schnellem Ankommen externer Gastwissenschaftler, Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit sowie der IT. Durch die Konzeption und Implementierung einer auf die Wissenschaftsregion Leipzig zugeschnittenen Netzwerklösung können außerdem die vielfältigen Kooperationsstrukturen zwischen den Institutionen gebündelt und strategisch ausgebaut werden. Über allem steht die Idee, die Ansiedelung von Kompetenzen im Bereich der Wissenschaft insgesamt zu erleichtern. Hierfür ist ein stabiles und nachhaltiges Netzwerk wie das LSN unerlässlich“, so Daniel Mayer, der administrative Geschäftsführer des DBFZ, der auch Vorsitzender des neu gegründeten Vereins ist.

Entstanden ist die Idee der Vereinsgründung aus dem „Arbeitskreis Synergien“, dem die Verwaltungsleiter der Leipziger Wissenschaftseinrichtungen angehören. Dieser ist wiederum aus den Wissenschaftsregionen des sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) hervorgegangen. Ein Initiativbudget des SMWK hat schließlich auch die Gründung des LSN möglich gemacht. „Im Arbeitskreis Synergien haben wir uns ganz praktisch zu Veranstaltungen abgestimmt, zum Beispiel zur Langen Nacht der Wissenschaft. Wir tauschen uns aber auch über viele gemeinsame Organisationsfragen aus, etwa bei Dual-Career-Wünschen von Wissenschaftlern. Das Netzwerk des LSN ermöglicht kurze Wege zwischen Arbeits- und Leitungsebene. Dies erleichtert die gemeinsame Arbeit, sorgt für bessere Kommunikationsprozesse in Forschung und Verwaltung und schafft Ressourcen für neue Tätigkeitsfelder“, so die Kanzlerin der Universität Leipzig, Prof. Dr. Birgit Dräger, die zugleich eine der Vorsitzenden des Arbeitskreises ist.

Mitglieder des Leipzig Science Network:

  • Universität Leipzig
  • Universitätsklinikum Leipzig
  • Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ
  • Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie Leipzig
  • Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften Leipzig
  • Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften
  • Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
  • Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig
  • DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH
  • Leibniz-Institut für Troposphärenforschung – TROPOS
  • Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung e.V. – IOM
  • Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig HGB
  • Hochschule für Telekommunikation Leipzig HfTL
  • Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO)
  • Berufsakademie Sachsen Staatliche Studienakademie Leipzig

Neuer Hochschullehrer für Angewandte Informatik an der HfTL

Ingo Müller, Ph.D.

Herr Ingo Müller, Ph.D., ist zum 01. März 2018 als Hochschullehrer im Fachgebiet Angewandte Informatik / Programmierung eingestellt worden. In den von der Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) angebotenen Bachelor- und Masterstudiengängen wird er in seinen Vorlesungen den thematischen Schwerpunkt auf den gesamten Zyklus der Erstellung von Software legen.

Die HfTL gewinnt mit Herrn Müller einen Wissenschaftler, welcher durch seine internationalen Erfahrungen in der IT-Branche die anwendungsorientierte, wissenschaftliche Lehre stärken wird.
Seine Zusammenarbeit mit Industriepartnern im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungsprojekten wird neue Impulse für die weitere Ausgestaltung der praxisnahen Forschung an der HfTL geben können.

Müller schloss 2002 erfolgreich sein Studium als Diplom-Informatiker an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU Jena) ab. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FSU Jena legte er seinen Tätigkeitsschwerpunkt auf die Forschung und damit eng verbunden die Entwicklung und Ausgründung von Spin-offs.   So war er Mitgründer und Entwickler der The-Agent-Factory GmbH, welche 2003 als Spin-off aus der FSU Jena ausgegründet wurde. Parallel dazu lehrte er als Gastdozent an der Fachhochschule Erfurt und sammelte hier Erfahrungen bei der Planung und Durchführung von Lehrveranstaltungen.

2009 promovierte Müller erfolgreich an der Swinburne University of Technology in Melbourne zum Ph.D. und war nachfolgend dort als Postdoktorand in unterschiedliche Lehr – und Forschungstätigkeiten eingebunden. Während seines Aufenthaltes in Australien wirkte Müller darüber hinaus als Research Fellow an der Deakin University in Melbourne und am Forschungsinstitut NICTA an der Planung eines Cyber-Security Forschungszentrums mit. Als Software-Ingenieur bei der Lock Box Pty Ltd. in Melbourne beschäftigte sich Müller intensiv mit allen Phasen  der Softwareentwicklung in einem international geprägten Wirtschaftsumfeld.

„Die hier gewonnen Erfahrungen, angefangen von der Planung, dem Design über die Implementierung, das Deployment bis hin zu Dokumentation und dem nicht zu unterschätzenden Part des Kundenservices, bzw. Support möchte ich den Studierenden in meinen Lehrveranstaltungen vermitteln. Gleichzeitig ist es mir wichtig, auch kulturelle Erfahrungen und Unterschiede einzubringen und so die Kompetenzen der Studierenden zu steigern“ erklärt Ingo Müller.

Seinen Forschungsschwerpunkt an der HfTL, ausgehend aus seiner Tätigkeit in der Industrie, sieht Müller in den Bereichen des Secure Software Engineering und der Digital Identity. Neben technischen Aspekten stehen auch nicht-technische Aspekte, wie z.B. die Benutzerfreundlichkeit (usability) der erstellten Lösungsansätze im Fokus seiner künftigen Forschungstätigkeit. Müller kann auf zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen und Vorträge verweisen, ist Mitglied der Association for Computing Machinery (ACM) und hat in Folge mehrjährig Workshops zum Thema Service-Oriented Computing and Agent-based Engineering auf der International Joint Conference on Autonomous Agents and Multiagent Systems (AAMAS) organisiert.

Dienstleistungen werden smart mit LESSIE

Am 18.-19. April 2018 findet in Leipzig das Innovationsforum „LESSIE“ statt. LESSIE steht für „Leipziger Smart Service Engineering“ und legt den Grundstein für ein Smart Service Lab, das  künftig Innovationspotenziale bündeln und den Wandel zu einer Smart Service Welt aktiv mitgestalten soll.

Das Innovationsforum ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BmBF) gefördertes Projekt, welches das Institut für Angewandte Informatik (InfAI) e.V. in Kooperation mit der Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) und dem Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI) der Universität Leipzig in den Räumlichkeiten von EWERK (im Bernsteincarré, Brühl 24, 04109 Leipzig) durchführt.

Es erwarten Sie spannende Vorträge und Präsentationen, wie etwa von Schindler Group, InnoZ, Kiwigrid, highQ, Teilauto und der Leipziger Gruppe sowie vielen anderen Unternehmen und Partnern aus der LESSIE Community. Darüber hinaus werden neue Smart Service-Ideen vorgestellt, welche die assoziierten Partner der LESSIE-Initiative in den Workshops bereits im Vorfeld entwickelt haben.

Ziel von LESSIE ist die Stärkung und engere Vernetzung der hiesigen IT-Dienstleistungswirtschaft. Dabei sollen mittelständische Unternehmen von einer umfangreichen Vernetzung zwischen den Branchen sowie durch die Verbindung von interdisziplinärem Wissen durch wissenschaftliche Einrichtungen profitieren. Fachliche Schwerpunkte setzt die Initiative in die Themenfelder Mobilität und Energie, da sich hier große Überschneidungen und Entwicklungspotentiale in andere, wichtige Lebens- und Wirtschaftsbereiche, wie etwa Gesundheit oder Logistik, anbieten.

„Neue technische Möglichkeiten durch das IoT, die Cloud, Big Data und Apps bieten ungeahnte Möglichkeiten zur Gestaltung digitaler Dienstleistungssysteme. Beispiele wie Carsharing, Online-Banking und E-Mobility verdeutlichen, dass ein komplexes Zusammenspiel von vernetzten Objekten, datengestützter Leistungserzeugung und Geschäftsmodellinnovationen erforderlich ist. Solche Innovationen systematisch voranzubringen, ist das Ziel von LESSIE. Im Innovationsforum werden dabei zunächst verschiedene Smart Services als Impulse gesetzt und methodische Ansätze gezeigt. Zudem präsentieren LESSIE-Partner Innovationsideen, die im Vorfeld des Innovationsforums in Workshops entwickelt wurden.“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Jürgen Anke, Hochschullehrer an der HfTL und einer der Initiatoren des Projektes.

Bereits zum Start der Initiative konnten mittelständische Unternehmen wie die Business Intelligence GmbH (BI), EWERK IT GmbH, Quantic Digital GmbH, Mobility Center GmbH (teilAuto) sowie die Stadt Leipzig, die L-Gruppe und das SpinLab als assoziierte Partner gewonnen werden. Inzwischen sind viele weitere Unternehmen und Akteure in Mitteldeutschland auf LESSIE aufmerksam geworden und zeigen hohes Interesse an einer Zusammenarbeit. Auch das DFG-Forschernetzwerk FOKUS:SE bringt sich aktiv in die Ausgestaltung der Initiative ein. Des Weiteren kooperiert die Initiative mit dem Innovationszentrum „Smart Systems Hub”, welches sächsische Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammenbringt um die Digitalisierung der Mikroelektronik und IT-Industrie voranzutreiben.

 

Zur Ausgestaltung und Weiterentwicklung der Initiative erklärt Prof. Dr. Rainer Alt vom Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Leipzig: „Das in der Folge des Innovationsforums entstehende Smart Service Lab soll einerseits Werkzeuge zur methodisch-systematischen Entwicklung von Smart Services bereitstellen und andererseits mittels Demonstratoren insbesondere die mittelständige Wirtschaft im Innovationsprozess unterstützen. Die Initiative soll zahlreiche Partner aus der Region einbinden und einen intensiven Austausch mit der mittelständischen Wirtschaft sowie weiteren Innovationslaboren unterstützen.“

 

Zu den Projektinitiatoren:

Das Institut für Angewandte Informatik (InfAI) e.V. wurde 2006 zum Zweck der Förderung von Wissenschaft und industrienaher Forschung und Entwicklung auf den Gebieten der Informatik und Wirtschaftsinformatik gegründet. Das Institut ist ein anerkanntes An-Institut der Universität Leipzig und hat sich zu einem der größten und drittmittelstärksten Forschungs- und Transferinstitute entwickelt. Der Fokus vom InfAI liegt dabei auf den Bereichen Big Data / Smart Data, Logistik, Data Analytics, biomedizinische und technische Daten- und Prozessmodellierung, Energiewirtschaft und Dienstleistungsforschung.

 

Das Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI) der Universität Leipzig umfasst drei Professuren, bietet einen Bachelor- und einen Masterstudiengang in Wirtschaftsinformatik an und verfolgt aktiv die angewandte Drittmittelforschung. Zu den Schwerpunkten der in LESSIE beteiligten Professur für Anwendungssysteme (Prof. Alt) zählt die auf Basis des Business Engineering methodisch fundierte Gestaltung digitaler Innovationen im Kunden- und Lieferantenkontakt. Aktuelle Projekte betreffen das Social Customer Relationship Management, die Echtzeit-Supply Chain-Unterstützung sowie digitale Plattformen im Automobil-, Energie- und Finanzbereich.

 

Die HfTL ist eine durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) anerkannte private Hochschule in Trägerschaft der HfTL- Trägergesellschaft mbH, eine hundertprozentige Beteiligung der Deutschen Telekom AG. Die HfTL steht für Lehre und Forschung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien und ist die einzige deutsche Hochschule mit diesem Spezialprofil. Aktuell sind rund 1.440 Studierende in den direkten, dualen und berufsbegleitenden Bachelorstudiengängen Informations- und Kommunikationstechnik, Wirtschaftsinformatik, Kommunikations- und Medieninformatik, Angewandte Informatik, sowie in den Masterstudiengängen Wirtschaftsinformatik und Informations- und Kommunikationstechnik immatrikuliert.

 

 

 

 

 

Erforschung optischer Eigenschaften von Polymerfasern

Prof. Dr.-Ing. Christian-Alexander Bunge
Forschung an Polymerfasern in der HfTL

Seit mehreren Jahren forscht Prof. Dr.-Ing. Christian-Alexander Bunge an der Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) gemeinsam mit Partnern an optischen Fasern, deren Beeinflussung und Veränderung zum optimierten Einsatz in der Kommunikations- und Automobilbranche. So hat Prof. Bunge im Rahmen einer langjährigen Forschungskooperation mit dem Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen und mehreren industriellen Partnern Technologien entwickelt, mit denen Polymerfasern in neuartigen, deutlich einfacheren und ökologischeren Prozessen gefertigt werden.
Normalerweise erhalten diese Fasern ihre speziellen optischen Eigenschaften durch Hinzufügen von speziellen chemischen Komponenten, sog. Dotierstoffen, die oft teuer, gefährlich in der Handhabung und ökologisch bedenklich sind. In den entwickelten Fertigungsprozessen werden die optischen Eigenschaften ausschließlich durch spezielle Temperaturbehandlung erreicht.

In einem aktuellen Forschungsprojekt, welches von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert wird, wird die Kontrolle der optischen Eigenschaften von Polymeren detaillierter untersucht. Im Fokus der Forschung stehen die unterschiedlichen Veränderungen verschiedener Eigenschaften der Polymerfaser beim Abkühlprozess. Es soll weiterhin betrachtet werden, wie durch Heiz- oder Kühlzyklen sowie durch zusätzliche Bestrahlung mit UV-Licht die Vernetzung der Polymerketten sowie deren räumliche Anordnung kontrolliert und gesteuert werden kann. Damit ließen sich dann u.a. die optische Dichte, die Brechzahl, des Polymers lokal ändern, was neben der Herstellung von Fasern auch planare optische Strukturen durch einfaches Einschreiben in ein bestehendes oder aufzubringendes Material ermöglichen würde. Diese optischen Strukturen könnten Licht leiten zur Kommunikation, aber auch als optische Sensoren dienen oder einfach Licht zu den Seiten abgeben und als spezielle Lichtquelle dienen. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und reichen vom Automobilsektor über klassische Elektronik bis hin in die Möbelfertigung.
Die Forscher erhoffen sich von diesem Vorhaben weiter Erkenntnisse, um die industrielle Nutzung von Polymerfasern stärker vorantreiben zu können.

Duale Studierende feierlich exmatrikuliert

Festrede des Rektors der HfTL, Prof. Volker Saupe
Ansprache Prof. Müller, Prorektor Studium und Forschung
Auszeichnung der besten Studierenden

Mit einem Festakt verabschiedete der Rektor der Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL), Prof. Dr.-Ing. habil. Volker Saupe, am 10. Februar 2018 über 200 dual Studierende im Mendelssohn-Saal des Gewandhauses zu Leipzig aus den Reihen der eingeschriebenen Kommilitonen.

In seiner Festansprache ging der Rektor der HfTL auf die Herausforderungen eines dualen Studiums, die Vereinbarkeit von akademischer Ausbildung und dem parallelen Erwerb praktischer Fähigkeiten in unterschiedlichen Bereichen der Deutschen Telekom ein.  Damit dieser Balanceakt auch gelingt, ist die internetbasierte Lehre ein wichtiger Bestandteil des dualen Studienmodells und ermöglicht den Studierenden einen Wissenserwerb auch außerhalb des klassischen Hörsaals.

Prof. Saupe thematisierte auch die kürzlich veröffentlichte Empfehlung des Wissenschaftsrates zur Nicht-Akkreditierung. Wesentliche Kritikpunkte sind hier der Einfluss des Trägers auf die akademischen Belange.

„Uns wurde durch den Wissenschaftsrat aber auch bestätigt, dass die Qualität der akademischen Ausbildung sich auf einem unverändert hohen Niveau befindet, vergleichbar mit staatlichen Hochschulen. Dies wird uns auch in den erfolgreichen Programmakkreditierungen unserer Studiengänge attestiert. Von dieser niemals infrage gestellten Qualität in der Lehre und dem Engagement unserer Hochschullehrer und wissenschaftlicher Mitarbeiter haben Sie im Studium profitiert und wir können Sie heute als Absolventen in unser Alumni-Netzwerk aufnehmen.“, bekräftigte Prof. Saupe in seiner Rede.

„Die besondere Studienorganisation im dualen Studium ist im Wissenserwerb dem direkten Studium ebenbürtig. Sie verfügen über vergleichbares Wissen und Fachkompetenzen wie in anderen Studienformen auch.“ bestätigte Prof. Dr. Jean-Alexander Müller, Prorektor für Studium und Forschung, in seiner Ansprache.
Er wünschte den Absolventen alles Gute für die berufliche Zukunft und forderte sie auf, sich durch ständige Weiterbildung für die fachlichen Herausforderungen der Zukunft zu rüsten.

Svenja Kaiser, Martin Meszaros und Kevin Elmer dankten abschließend im Namen aller Absolventen den Eltern, Partnern, Freunden, den Hochschullehrern und Mitarbeitern der Hochschule für die Unterstützung während des Studiums.

Stellungnahme zur Akkreditierungsentscheidung des Wissenschaftsrates

Der Wissenschaftsrat hat sich in seiner jüngsten Sitzung gegen die Akkreditierung der Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) ausgesprochen.

Wesentliche Kritikpunkte waren Verstöße gegen die Freiheit von Lehre und Forschung und die Selbst- und Studienorganisation der HfTL sowie eine Überlastung der Lehre und damit eine geringe Forschungsleistung. Kritik an der Lehrkompetenz bzgl. der Studiengänge und Lehrenden wurde nicht geäußert.

Gesichert bleibt, dass die derzeit eingeschriebenen Studierenden ihr Studium mit einem staatlich anerkannten Hochschulabschluss beenden können. Der Abschluss der HfTL entspricht den Qualitätsansprüchen einer staatlichen Hochschule.

Die Veröffentlichung des Wissenschaftsrates zur Nicht-Akkreditierungsempfehlung zeigt, dass im Fokus der Kritikpunkte nicht die Qualität der akademischen Ausbildung, sondern der Einfluss des Trägers auf akademische Belange der Hochschule steht.
Deutlich wird die Qualität der Lehre an der HfTL beispielsweise anhand der erfolgreichen Programmakkreditierungen der Studiengänge durch die Akkreditierungsgesellschaft ASIIN e.V. So  gibt es in den derzeit laufenden und abgeschlossenen Verfahren bisher keine versagte Programmakkreditierung.

Diese Unterlagen sind öffentlich einsehbar z.B.

für den berufsbegleitenden Bachelorstudiengang Telekommunikationsinformatik

für den direkten Bachelorstudiengang Telekommunikationsinformatik

für den Masterstudiengang Informations- und Kommunikationstechnik

sowie den berufsbegleitenden Bachelorstudiengang Wirtschaftsinformatik

Die Evaluierung des Wissenschaftsrats wird auch einfließen in die in der vergangenen Woche zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK), der Deutschen Telekom AG und der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) vereinbarte Aufnahme von Verhandlungen über eine Stiftungsfakultät „Digitale Transformation“ an der HTWK. Die Deutsche Telekom AG begrüßt dieses Vorhaben als Weg in eine neue Ausrichtung. Eine zu verhandelnde und neu zu errichtende Stiftungsfakultät wäre Teil der HTWK und würde unabhängig von der Zukunft der HfTL eingerichtet. Aus Sicht des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst haben die vom Wissenschaftsrat bei der HfTL bemängelten Punkte keinen Einfluss auf die Qualität einer künftigen, neu eingerichteten Stiftungsfakultät an der HTWK.

Obwohl zwischenzeitlich durch die  HfTL eine entsprechende Aktualisierung der Grundordnung und weitere Hinweise des Wissenschaftsrates realisiert werden konnten, sieht der Wissenschaftsrat die Einflussnahme des Trägers als gravierenden Einschnitt in die Freiheit von Lehre und Forschung. Nicht bemängelt wurde die Qualität der Arbeit im akademischen Bereich.

Leipzig, 31.01.2018

 

Prof. Dr.-Ing. habil. Volker Saupe

 

Rektor

Ein Wettbewerb ohne Verlierer!

Eröffnung der Siegerehrung durch Prof. Sabine Radomski
Studierende präsentieren ihre Projektergebnisse
Auszeichnung der Siegerteams

In diesem Jahr feiert der Software-Engineering Wettbewerb an der Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) ein Jubiläum. Seit fünf Jahren findet der von Prof. Dr.-Ing. Sabine Radomski initiierte studentische Wettbewerb an der HfTL statt und erfreut sich steigender Teilnehmerzahlen und komplexer werdender Themenstellungen aus IT-Unternehmen der Region und der Deutschen Telekom.

Im Rahmen der Siegerehrung wurden am 25. Januar 2018 aus den mehr als 300 teilnehmenden Studierenden die sechs besten Teams für ihre hervorragenden Leistungen ausgezeichnet.

Es sind nicht nur die von den zahlreichen Sponsoren bereitgestellten Preise, wie ein Scrum-Workshop, attraktive Weiterbildungsangebote im Bereich Open Source, Design Thinking und Sachpreise, welche diesen Wettbewerb so attraktiv machen. Vielmehr haben die Studierenden hier die Möglichkeit, an spannenden Themen aus der betrieblichen Praxis zu arbeiten und kreative Lösungswege zu entwickeln. Die Zusammenarbeit in örtlich verstreut agierenden Teams ist eine zusätzliche Herausforderung und gleichzeitig eine nicht zu unterschätzende Erfahrung für den späteren Berufseinstieg.

„Mich hat das Engagement und die Kreativität der Studierenden bei der Lösung der gestellten Aufgaben begeistert. In diesem Jahr sind wieder hervorragende Produkte entstanden, welche sofort in die betriebliche Praxis übernommen werden können.“ erklärt Prof. Sabine Radomski.

So hat eines der Teams im Modul Software Engineering eine exzellente Lösung zum sicheren Löschen von sensiblen Daten entwickelt. Der prognostizierte finanzielle Nutzen bei einem Einsatz zum Beispiel innerhalb der Deutschen Telekom bewegt sich im sechsstelligen Bereich und zeigt, wie praxisnah dieser Wettbewerb aufgestellt ist.

Mit einer Vereins-App für einen regionalen Fußballklub, einer Lösung für die Personalplanung eines örtlichen IT-Unternehmens konnten sich weitere Teams vordere Plätze sichern. Die von den Studierenden eingereichten Lösungen werden durch eine Jury nach definierten Kriterien bewertet. Dazu gehören der Schwierigkeitsgrad, der Nutzen und die Umsetzung entsprechend der Vorgaben.

Das zweitplatzierte Team präsentierte eine anspruchsvolle Lösung für die Darstellung von Bildern und Grafiken auf mehreren mobilen Endgeräten in einem Raum. Die Einbindung eines Whiteboards und verschiedener Darstellungsoptionen eröffnen neue Möglichkeiten bei einem Einsatz in Lehrveranstaltungen oder wissenschaftlichen Tagungen.

„Presentation to Animation“ – mit ihrem professionellen Ergebnis zu einer 3D-basierten Lösung für Präsentationen konnte sich die Studierenden den ersten Platz sichern. Bei der Live-Demonstration stellten sie innerhalb weniger Minuten eine personalisierte 3D Visualisierung mit beeindruckenden Effekten vor.

Gemeinsam mit den anwesenden Themenstellern und Sponsoren dankte Prof. Sabine Radomski in ihrem Schlusswort den Studierenden für die engagierte Teilnahme und drückte ihre Zuversicht aus, dass auch im kommenden Wettbewerb wieder hervorragende Ergebnisse erzielt werden.

Prof. Sabine Radomski lehrt an der HfTL in den Bereichen Verteilte Systeme, Software Engineering, Software Management sowie User Experience. Schwerpunkte ihrer Forschungstätigkeit sind Softwarequalität, IT-Sicherheit und Cloud Computing. Sie ist BITKOM-Expertin im AK Cloud Computing und Outsourcing (CCO), Mitglied der Task Force Software-Gestalter und engagiert sich seit vielen Jahren als Botschafterin für MINT-Projekte. Für den von ihr ins Leben gerufenen Softwarewettbewerb wurde sie von der Zeitschrift UNICUM 2015 als Professor des Jahres 2015 ausgezeichnet. 

Geprüfte Sicherheit: Gütesiegel für Software

Prof. Dr.-Ing. Sabine Radomski
Dr. Aleksandra Sowa

Wissenschaft, Politik und IT-Branche wollen gemeinsam Sicherheit und Datenschutz in der digitalen Welt stärken. So soll ein Gütesiegel für die Softwarequalität entwickelt werden, das Nutzern auf einen Blick Orientierung bietet. Dafür haben Prof. Dr.-Ing. Sabine Radomski, Hochschullehrerin an der Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL), und Dr. Aleksandra Sowa innerhalb der Gesellschaft für Informatik e. V. den Arbeitskreis „Sicher in die Digitalisierung mit geprüfter Software“ gestartet.

Neben Chancen entstehen durch die Digitalisierung auch Risiken und damit Ängste bei den Verbrauchern. Die missbräuchliche Nutzung unrechtmäßig erhobener Daten, die Nichteinhaltung des Datenschutzes und unsichere IT-Systeme können zu sozialen, persönlichen und gesellschaftlichen Schäden führen.
In der gesellschaftlichen und politischen Diskussion wird das Thema des Datenschutzes und der -sicherheit bereits über einen längeren Zeitraum kontrovers diskutiert. Schlagworte wie Softwaresicherheits-Zertifikate, Vorgaben für Algorithmen oder der Begriff des technischen Datenschutzes münden aktuell in zwei praktischen Vorhaben: einerseits dem IT-Gütesiegel des BMI und andererseits in der Datenschutzzertifizierung der EU.

Da setzt das Vorhaben eines Gütesiegels für Softwarequalität an. Mit technischen und organisatorischen Maßnahmen können Anforderungen an eine sichere Software erfüllt werden. Dies beginnt bei der Definition und Einhaltung verbindlicher Software-Entwicklungsrichtlinien, der Prüfung der Software anhand fester Prüfkriterien und Standards sowie mithilfe von Methoden der Qualitätssicherung und schließt die wirtschaftliche Nachhaltigkeit ein.
„Wir möchten mit unserem gemeinsamen Engagement die große Bedeutung von Softwarequalität für die Digitalisierung deutlich machen und auf dieser Basis Handlungsempfehlungen für die Politik erarbeiten. Aktuelle Ereignisse zeigen doch sehr deutlich, dass hier konkreter Handlungsbedarf besteht“, erklärt Prof. Sabine Radomski.
Zu den Partnern eines Gütesiegels Softwarequalität zählen u. a. das Bundesministerium für Sicherheit in der IT (BSI), BITKOM, Deutsche Telekom AG, TÜV-IT, TÜV-Süd, Gesellschaft für Informatik e. V., IT-Cluster Mitteldeutschland und das Fraunhofer Institute for Secure Information Technology (SIT).
Der Arbeitskreis „Sicher in die Digitalisierung mit geprüfter Software“ der Gesellschaft der Informatik e. V. wird neben dem Gütesiegel für Softwarequalität auch ethische Fragestellungen der Digitalisierung thematisieren und aktuelle Entwicklungen wie security by design, quality by design, ethics by design etc. sowie continuous integration und continuous delivery berücksichtigen und weiterentwickeln.

Prof. Sabine Radomski lehrt an der HfTL in den Bereichen Verteilte Systeme, Software Engineering, Software Management sowie User Experience. Schwerpunkte ihrer Forschungstätigkeit sind Softwarequalität, IT-Sicherheit und Cloud Computing. Sie ist BITKOM-Expertin im AK Cloud Computing und Outsourcing (CCO) und engagiert sich seit vielen Jahren als Botschafterin für MINT-Projekte. Für den von ihr ins Leben gerufenen Softwarewettbewerb wurde sie von der Zeitschrift UNICUM 2015 als Professor des Jahres 2015 ausgezeichnet.

Dr. Aleksandra Sowa ist zertifizierte Datenschutzbeauftragte, Datenschutzauditorin und IT-Compliance Manager. Sie gründete und leitete zusammen mit dem Kryptologen Hans Dobbertin das Horst-Götz-Institut (HGI) für Sicherheit in der Informationstechnik. Sie ist Publizistin, Gastdozentin und Autorin mehrerer Fachbücher zu Datenschutz und Compliance. Dr. Sowa engagiert sich auf vielfältige Weise für den Datenschutz und die Datensicherheit in einer digitalen Gesellschaft.

Erlebe Zukunft – Triff Pepper!

Die Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) öffnet am 11. Januar 2018 im Rahmen des Hochschulinformationstages ihre Hörsäle und Labore für Schüler und Studieninteressierte. Von 09:00 bis 13:00 Uhr können unsere Gäste einen detaillierten Einblick in das Studienangebot der HfTL erhalten und den Campus im Süden Leipzigs kennenlernen.

Neben dem Besuch regulärer Vorlesungen und Seminare bieten wir mit unserem Programm zum Tag der offenen Hochschule in diesem Jahr spannende Themen aus verschiedenen Zukunftstechnologien an. Künstliche Intelligenz und Robotik „zum Anfassen“ präsentieren unsere Studierenden mit Pepper – einem humanoiden Roboter, welcher Mimik und Gestik analysieren und entsprechend darauf reagieren kann. Pepper und seine menschlichen Begleiter sind den gesamten Zeitraum des Tages der offenen Hochschule in der HfTL und beantworten Fragen zu ihrem Projekt, den Studieninhalten und den Ihren Karrierechancen nach dem Studium. Daran anknüpfend stellt Prof. Dr. Tilo Strutz gemeinsam mit Studierenden das Erkennen von Gesten vor und die Interessenten können auf spielerische Weise eine Lösung für das „Object- und Face-Tracking“ ausprobieren. Das Steuern von Geräten mit Hilfe von Gesten ist neben der Sprachsteuerung und dem Mobilfunk eines der ambitioniertesten Forschungsfelder der HfTL im Bereich der Nachrichtentechnik. Die vielfältigen Facetten der Digitalisierung erleben unsere Besucher bei Vorträgen zum Internet der Dinge (IoT) am Beispiel von zukünftigen digitalen Dienstleistungen und Geschäftsmodellen. Ein wesentlicher Schwerpunkt der digitalen Zukunft ist der Umgang mit Datenschutz und Datensicherheit. Prof. Dr. Erik Buchmann, der den Datenschutz an der HfTL in Forschung und Lehre vertritt, wird über aktuelle Probleme bei der Digitalisierung vortragen. Des Weiteren können sich die Studieninteressierten bei unserem Live-Vortrag „Man-in-the-Middle“ in die Perspektive eines Hackers begeben und mehr über diese Art von Angriffen aus dem Netz erfahren. Wie die intelligente Beleuchtung für das Auto der Zukunft funktioniert und welche völlig neuen Möglichkeiten die Kommunikation mit Licht bietet, erläutert Prof. Dr. Christian Bunge am Beispiel verschiedener Forschungsvorhaben in den Laboren der optischen Kommunikation der HfTL. Neben der Praxis im Studium steht an diesem Tag auch die individuelle Beratung der Studieninteressierten im Fokus. Hochschullehrer, Mitarbeiter und Studierende stellen die inhaltlichen Besonderheiten der Bachelor- und Masterstudiengänge vor und stehen für Gespräche zum Studieneinstieg, zur Vorbereitung und Bewerbung als Ansprechpartner zur Verfügung. Das gesamte Programm des Tages der offenen Hochschule finden Sie unter www.hftl.de/ot2018 zum Nachlesen und als Download.