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Stellungnahme zur Akkreditierungsentscheidung des Wissenschaftsrates

Der Wissenschaftsrat hat sich in seiner jüngsten Sitzung gegen die Akkreditierung der Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) ausgesprochen.

Wesentliche Kritikpunkte waren Verstöße gegen die Freiheit von Lehre und Forschung und die Selbst- und Studienorganisation der HfTL sowie eine Überlastung der Lehre und damit eine geringe Forschungsleistung. Kritik an der Lehrkompetenz bzgl. der Studiengänge und Lehrenden wurde nicht geäußert.

Gesichert bleibt, dass die derzeit eingeschriebenen Studierenden ihr Studium mit einem staatlich anerkannten Hochschulabschluss beenden können. Der Abschluss der HfTL entspricht den Qualitätsansprüchen einer staatlichen Hochschule.

Die Veröffentlichung des Wissenschaftsrates zur Nicht-Akkreditierungsempfehlung zeigt, dass im Fokus der Kritikpunkte nicht die Qualität der akademischen Ausbildung, sondern der Einfluss des Trägers auf akademische Belange der Hochschule steht.
Deutlich wird die Qualität der Lehre an der HfTL beispielsweise anhand der erfolgreichen Programmakkreditierungen der Studiengänge durch die Akkreditierungsgesellschaft ASIIN e.V. So  gibt es in den derzeit laufenden und abgeschlossenen Verfahren bisher keine versagte Programmakkreditierung.

Diese Unterlagen sind öffentlich einsehbar, z.B.:

für den berufsbegleitenden Bachelorstudiengang Telekommunikationsinformatik

für den direkten Bachelorstudiengang Telekommunikationsinformatik

für den Masterstudiengang Informations- und Kommunikationstechnik

sowie den berufsbegleitenden Bachelorstudiengang Wirtschaftsinformatik

Die Evaluierung des Wissenschaftsrats wird auch einfließen in die in der vergangenen Woche zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK), der Deutschen Telekom AG und der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) vereinbarte Aufnahme von Verhandlungen über eine Stiftungsfakultät „Digitale Transformation“ an der HTWK. Die Deutsche Telekom AG begrüßt dieses Vorhaben als Weg in eine neue Ausrichtung. Eine zu verhandelnde und neu zu errichtende Stiftungsfakultät wäre Teil der HTWK und würde unabhängig von der Zukunft der HfTL eingerichtet. Aus Sicht des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst haben die vom Wissenschaftsrat bei der HfTL bemängelten Punkte keinen Einfluss auf die Qualität einer künftigen, neu eingerichteten Stiftungsfakultät an der HTWK.

Obwohl zwischenzeitlich durch die  HfTL eine entsprechende Aktualisierung der Grundordnung und weitere Hinweise des Wissenschaftsrates realisiert werden konnten, sieht der Wissenschaftsrat die Einflussnahme des Trägers als gravierenden Einschnitt in die Freiheit von Lehre und Forschung. Nicht bemängelt wurde die Qualität der Arbeit im akademischen Bereich.

Leipzig, 31.01.2018

Prof. Dr.-Ing. habil. Volker Saupe

 

Rektor

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