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Interview mit unserem DAAD-Preisträger Yixuan Zhao

Warum haben Sie sich für ein Studium in Deutschland entschieden?

„Ich fand verschiedene Kulturen schon immer interessant, besonders Sprachen. Zufällig habe ich im ersten Jahr am Gymnasium an einen deutschen Sprachkurs teilgenommen. Schon damals hatte ich den Wunsch, das Leben im Ausland auszuprobieren, um die Welt zu sehen und auch um mich selbst besser kennenzulernen. Außerdem war das Schulleben sehr anstrengend für mich, sodass ich mich nach dem Abschluss stark nach einer Abwechslung gesehnt habe“.

Warum haben Sie sich für die HfTL entschieden?

Damals musste man als Chinese normalerweise erst einmal mindestens ein Jahr in China studieren, damit man sich für ein Studium in Deutschland bewerben konnte. Aber die HfTL bot eine besondere Möglichkeit an, direkt nach Deutschland zu kommen. Es war teilweise auch eine spontane Entscheidung von mir, da ich, wie im letzten Punkt erzählt, während der Zeit sehr gerne etwas Neues ausprobieren wollte.

Außerdem war mir bewusst, dass der Studieninhalt an der HfTL eher praxisorientiert ist und die Hochschule auch in enger Verbindung zur Deutschen Telekom steht. Daher dachte ich, dass ich eventuell bessere zukünftige berufliche Perspektiven bekomme an dieser Hochschule.

Was ist Ihnen besonders aufgefallen, als Sie nach Deutschland kamen? Was ist gänzlich anders als in Ihrer Heimat?

Ich bin viel mehr auf mich allein gestellt, seitdem ich in Deutschland bin. Die Studierenden, die auch Deutschland kommen, wohnen natürlich auch meistens nicht mit ihren Eltern zusammen aber sie sind in dem Land aufgewachsen. Sie kennen sich gut aus mit der Gesellschaft und mit dem System in Deutschland und wenn sie doch Probleme bekommen, können sie sich noch an ihre Eltern wenden. Aber meine Eltern wissen nichts Genaues über Deutschland. Auch wenn ich versuche zu erzählen, können sie meine Probleme nicht ganz verstehen. Viele Schwierigkeiten, die ich in Deutschland erlebt habe, habe ich vorher nicht erwartet und auch keiner hat mich darauf vorbereitet.

Ich würde sagen, die meisten Sachen sind sehr anders als in meiner Heimat. Das Wetter ist sehr anders. Wie man sich verhält in der Gesellschaft ist sehr anders. Auch wie man denkt ist sehr anders. Besonders vermisse ich fast jeden Tag das authentische chinesische Essen, was man in Deutschland nicht sehr leicht bekommt.

Was hat Ihnen am Studium besonders gefallen? Was nicht? Wie war die Zusammenarbeit mit anderen? Haben Sie hier Freunde gefunden?

Ich fand’s gut, dass unsere Vorlesungsgruppe meistens ganz klein war. Dozenten konnten uns gut betreuen und es hat sich auch einfach viel persönlicher angefühlt, was gut für die Motivation ist.

Was ich nicht sehr gut fand war, dass die Vorlesungsqualität relativ stark von den Dozenten abhängt und auch die Prüfungs- und Prüfungsvorleistungsschwierigkeitsgrad.

Ich bin mit zwei anderen chinesischen Studierenden zusammen nach Deutschland gekommen. Wir verstehen uns immer noch gut, und eine ist auch meine beste Freundin. Ansonsten habe ich auch neue Freunde kennen gelernt in Leipzig. Sie sind meistens auch Studierende.

Was war das Thema Ihrer Abschlussarbeit?

Entwicklung eines Werkzeugs mit grafischer Nutzerschnittstelle zum automatischen Erkennen und Bewerten von gezeichneten Diagrammen

Welche Pläne haben Sie jetzt?

Wahrscheinlich noch weiterstudieren.

Was würden Sie anderen ausländischen Studierenden empfehlen, wenn sie in Deutschland studieren möchten?

Man sollte vielleicht versuchen jemanden zu finden, der schon Erfahrung damit hat und erst mit ihm reden, um eine objektive Perspektive zu bekommen und auch um sich (innerlich) besser vorbereiten zu können.

Was war das schönste Ereignis hier?

Ein sehr schönes Ereignis war vor zwei Monaten, als ich plötzlich einen Lungenkollaps bekam und zum ersten Mal in meinem Leben im Krankenhaus lag und mich zum ersten Mal operieren ließ, dass meine Freunde mich sehr unterstützt haben. Sie konnte mich nicht besuchen wegen Corona-Einschränkungen, aber sie schrieben mich jeden Tag und brachten mir Sachen ins Krankenhaus vorbei.

Zum Schluss bitte noch etwas Persönliches. Welche Hobbies haben Sie?

Ich bin 24 Jahre alt. Ich bin mit 18 nach Deutschland gekommen. Ich habe in dem ersten Jahr in Berlin gewohnt. Ich spiele gerne Badminton und Tischtennis und zocke gerne mit Freunden. Ich treffe mich gerne mit Freunden zum Essen. Ich mag auch Musik und Filme.

Wir danken Yixuan Zhao für das Interview.