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Publikationen des Instituts für duales Studium und Wissenstransfer der HfT Leipzig

"E-Learning an sächsischen Hochschulen"

Strukturen - Projekte - Einsatzszenarie        
Helge Fischer, Jens Schwendel (Hrsg.)      
Bildungsportal Sachsen

erschienen  unter TUDpress Verlag der Wissenschaften GmbH                                 
(ISBN 978-3-941298-04-0).


Interview mit Prof. Saupe zum berufsbegleitenden Studium an der HfT Leipzig

Im Rahmen von Bologna@Telekom startete im Wintersemester 2009/2010 der Pilot zum berufsbegleitenden Studium besonders leistungsstarker Mitarbeitender. Professor Volker Saupe von der Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) spricht im Interview über den Start des Projekts, die Motivation und die Zulassungsvoraussetzungen.

Herr Professor Saupe, der Pilot zum berufsbegleitenden Studium für Telekom-Mitarbeitende ist dieses Semester gestartet. Wie sieht Ihr erstes Resümee an der HfTL aus?
Volker Saupe: Der Pilot ist bei uns erfolgreich gestartet. Die Studierenden sind hochmotiviert und haben durch ihre Arbeitserfahrung ein sehr gutes Selbstmanagement. Durch den Beruf verfügen sie bereits über spezielles Fachwissen. Eine Herausforderung für uns als Hochschule ist es, den Studierenden außerdem möglichst rasch ein breit gefächertes Basiswissen zu vermitteln. Wir bieten Einführungs- und Zusatzseminare an, wobei zu berücksichtigen ist, dass die Zeit der Studierenden knapp ist. Die Angebote durch einen netzgestützten Vorkurs am Studienbeginn zu optimieren, nehmen wir als Aufgabe für kommende Jahrgänge mit.

Welche Voraussetzungen sollten Mitarbeitende, die sich für ein berufsbegleitendes Studium an der HfTL interessieren, mitbringen?
Volker Saupe: Vor allem Motivation, um Lernstoff und Präsenzphasen neben dem Job zu bewältigen. Viele Studierende müssen sich nach Jahren im Beruf erst wieder auf das Lernen einstellen. Außerdem brauchen die Studenten unbedingt Rückhalt und Verständnis der Familie für den hohen Arbeitsaufwand. Die intensive Förderung durch die Telekom ist ebenfalls wichtig. Beispielsweise unterstützt der Arbeitgeber die Studierenden mit zehn Tagen Sonderurlaub beim Besuch der Präsenzphasen und dem Wahrnehmen von Klausurterminen.

Welche Zugangsvoraussetzungen gibt es an der HfTL? Können sich auch Mitarbeitende bewerben, die kein Abitur, aber eine abgeschlossene Berufsausbildung und Berufserfahrung haben?
Volker Saupe: Das Abitur ist keine zwingende Zulassungsvoraussetzung für ein Studium an der HfTL. Erforderliche Qualifikationen sind die allgemeine Hochschulreife, die fachgebundene Hochschulreife, die Fachhochschulreife oder die Meisterprüfung. Bewerber ohne diese Qualifikation können eine gesonderte Zugangsprüfung ablegen. Diese erfordert allerdings eine sehr gute Vorbereitung.

An der HfTL wird das berufsbegleitende Studium nach dem kooperativen Modell  angeboten. Die Studenten sind in regelmäßigen Abständen einige Tage zu Lehrveranstaltungen an der Hochschule. Welche Aufgaben sind außerhalb der Präsenzphasen zu bewältigen und wie viel Zeit muss der Studierende investieren?
Volker Saupe: Für den Bachelor-Abschluss ist ein Lernumfang von 5400 Stunden vorgesehen. Allerdings wird nur ein Teil des Pensums durch die Lehrveranstaltungen an der Hochschule abgedeckt. In den Präsenzphasen wird vor allem in neue Wissens- und Themenfelder eingeführt, Wissen vertieft und Anleitung zum Selbststudium gegeben. Den restlichen Lernaufwand absolvieren die Studierenden neben der Arbeit in ihrer Freizeit. Zwei bis drei Stunden am Tag sollte man einplanen. Natürlich variiert der Lernaufwand auch von Student zu Student.

Wie lassen sich Studieninhalte und tägliche Arbeit zeitnah miteinander verbinden? Können beispielsweise Projekt- oder Abschlussarbeiten über die Arbeit im Unternehmen verfasst werden?
Volker Saupe: Im Rahmen eines Studiums an der HfTL gibt es Module, in denen theoretisches Wissen ganz konkret angewandt wird. Beispielsweise im Studienbegleitprogramm, in Projektstudien und Bachelorarbeiten über unternehmensrelevante Themen. Geplant ist auch ein Modul zur Förderung der interkulturellen Kompetenz. Den Studierenden soll die Möglichkeit geboten werden, mit Studierenden aus anderen Nationen zusammenzuarbeiten. Einen guten Ansatz hierfür bieten die Kooperationen mit ausländischen Tochterunternehmen des Konzerns und fachlich gleichgelagerten Hochschulen. Wir haben damit bereits erste Erfahrungen im Rahmen unserer dualen Studiengänge gemacht.