Zum Inhalt
65 Jahre HfTL

Prüfverfahren zum Betrieb von Mobilfunkstandorten entwickelt

Dominik Schüle (links), Stefan Treff (mitte) beide Deutsche Telekom Technik GmbH und Jens Klinger (rechts) Hochschule f. Telekommunikation Leipzig

Deutsche Telekom Technik GmbH und Hochschule für Telekommunikation Leipzig entwickeln erfolgreich Prüfverfahren zum Störungsfreien Betrieb zukünftiger Mobilfunkstandorte.

Experten der Mobilfunksparte innerhalb der Deutsche Telekom Technik GmbH forschen fachbereichsübergreifend in enger Zusammenarbeit mit der unternehmenseigenen Hochschule für Telekommunikation in Leipzig (HfTL) an einer Lösung mithilfe der künftig Störungen durch Passive Intermodulation (PIM) auf dem Antennenpfad  vorhergesagt, bzw. frühzeitig erkannt werden können. Die Servicequalität und das Kundenerlebnis bei mobiler Datennutzung lassen sich dadurch weiter verbessern und stehen im Fokus der Arbeit.

Die gemeinsame Forschungsgruppe konzentrierte sich in ihren Überlegungen auf folgende Problemstellung: Welche messbaren Auswirkungen hat PIM auf die Performance moderner Mobilfunkdienste, insbesondere dem Multicarrier-Standard Long Term Evolution (LTE)? Es gilt, die Ursachen für PIM auf wissenschaftlicher Basis zur ergründen und Lösungen zu entwickeln, wie PIM-Störungen frühzeitig erkannt und somit vermieden werden können. „Wir wollen unseren Kunden ein Netz mit bestmöglichen Hochfrequenztechnik-Voraussetzungen für hoch performante Mobilfunkdienste bieten. Dafür suchen wir u.a. auch effiziente Werkzeuge, um aus der Ferne eine Beurteilung der Aufbauqualität einzelner Standorte vornehmen zu können.“ sagt Telekom Technik Mitarbeiter Stefan Treff.

Sein „Forscher-Kollege“ Dominik Schüle ergänzt: „Die dadurch erzielte Steigerung der Netzqualität wird sich positiv auf das Kundenerlebnis und somit ebenso positiv auf die Ergebnisse der jährlich durchgeführten Mobilfunknetz-Tests auswirken.“ Beide sind im echten Leben Mitarbeiter im Bereich „Mobile Field Operations“ der Deutschen Telekom Technik GmbH in Leipzig und Stuttgart und so mit entsprechenden Störungen vertraut. Zusammen mit Jens Klinger, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HfTL, arbeiten sie aktuell an letzten Tests zur Bestimmung der Einsatztauglichkeit sogenannter Referenz-Störquellen. Aktuell steht dieses Verfahren zu einer Patentanmeldung an. Diese Stör- Referenzquellen werden bei Substitutionsmessverfahren an neuen und bestehenden Antennensystemen eingesetzt um das Störverhalten zu simulieren. Im nächsten Schritt werden vom Netz gelieferte Indikatoren, sogenannte Counter und Key Performance Indikatoren (KPI) auf ihre Vorhersagesicherheit untersucht und angepasst.

Dieser Prozessabschnitt findet in enger Zusammenarbeit mit Sascha Mohnke vom Bereich Radio Optimierung und Performancemanagement der Deutsche Telekom Technik GmbH statt.
Zu seinem Aufgabengebiet gehört unter anderem die Auswertung und Aufbereitung der genannten Netz-Indikatoren. Mit Hilfe seiner Expertise konnte die interdisziplinäre Forschungsgruppe wertvolle Erkenntnisse sammeln und diese in die Projektergebnisse einfließen lassen.

Die durch diese Bereichsübergreifende Zusammenarbeit entstehenden Synergien und Ergebnisse können optimal am Institut für Hochfrequenztechnik an der HfTL gebündelt werden. In den dortigen Laborräumen und der vorhandenen Hochschulinfrastruktur bieten sich hervorragende Voraussetzungen zum kreativen Forschen.

Da die HfTL ein integraler Teil des Konzerns Deutsche Telekom ist, vereinfacht sich die Zusammenarbeit über Bereichsgrenzen in vielen Dingen, ein Beispiel dafür ist der Datenschutz oder die Nutzung interner Systeme.

Übrigens, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Experten aus der Telekom Technik kommt nicht von ungefähr. Sowohl Stefan Treff als auch Sascha Mohnke haben an der HfTL studiert. 2012 schlossen beide ihr Studium mit einem Master of Engineering in Informations- und Kommunikationstechnik ab.

Dominik Schüle studiert derzeit als berufsbegleitender Student an der HfTL und strebt im Laufe dieses Jahres seinen Abschluss als Bachelor of Engineering in Informations- und Kommunikationstechnik an.

„Dieses Projekt kann auf dem Weg zur nächsten Mobilfunkgeneration „5G“ hilfreich sein. Die vorliegenden Projektergebnisse zeigen, dass wir als HfTL unsere Studierenden bestens darauf vorbereiten, ihre Aufgaben in einem dynamischen Marktumfeld bei einem der modernsten Kommunikationsdienstleister zu meistern“ bekräftigt Jens Klinger die Zusammenarbeit mit seinen ehemaligen Studierenden.

<