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Software Qualität

Das Internet der Dinge als Treiber für informationsgetriebene Geschäftsmodelle

Das Internet der Dinge (engl. Internet of Things, IoT) wächst zurzeit sehr schnell. Bereits kurz nach der Einführung hat das IoT 2016 ca. 6,4 Milliarden Geräte vernetzt. Damit ist es einer der wichtigsten technologischen Treiber der Digitalisierung. Durch die damit möglichen Geschäftsmodelle bietet es für die Zukunft der deutschen Wirtschaft interessante Potentiale.

In diesem Kontext forschen die Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) und Detecon International GmbH, die Unternehmensberatung der Deutschen Telekom, gemeinsam im Themenfeld IoT. Grundlage bildet die Analyse bestehender IoT-Anwendungen aus der Praxis. Eine zentrale Frage ist dabei, wie aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure durch IoT ein Mehrwert geschaffen werden kann. Die Wertschöpfung entsteht dabei, wenn aus den Sensoren des IoTs relevantere Informationen („Insights“) abgeleitet werden und damit die Entscheidungsagilität erhöht wird. Als Weiterentwicklung herkömmlicher verbindungsorientierter Geschäftsmodelle werden informationsgetriebene Geschäftsmodelle vorgeschlagen.

Ein Beispiel für informationsgetriebene Geschäftsmodelle ist der IoT-Anwendungsfall „Park and Joy“. Dabei werden Parkplätze mithilfe von Sensoren vernetzt und Autofahrer in Echtzeit per App über verfügbare Parkplätze informiert, können diese buchen und bezahlen. [1] Technisch wird Park and Joy realisiert, indem Sensoren auf den Parkflächen erfassen, ob ein Parkplatz frei oder belegt ist. Diese Information bildet die Insights, die den Autofahrern dabei helfen, schneller einen Parkplatz zu finden, die sogenannte Entscheidungsagilität.

Auch weitere Anwendungen, die revolutionäre Veränderungen für die Logistik bringen sind durch IoT möglich. Zum Beispiel kann durch intelligente Parksysteme die Schadstoffbelastung in Städten verringert und durch Sensoren in Bahnsteigen die Sicherheit der Fahrgäste verbessert werden. Die Forschungsergebnisse der HfTL und Detecon sind in ein Bitkom-Positionspapier eingeflossen, wurden auf führenden Fachkonferenzen diskutiert und werden in unterschiedlichen Publikationen vorgestellt.

Ausgewählte Veröffentlichungen der Forschungsgruppe:

  • Bitkom (2017) Entscheidungsunterstützung mit Künstlicher Intelligenz – Wirtschaftliche Bedeutung, gesellschaftliche Herausforderungen, menschliche Verantwortung. Bitkom, Berlin.
  • Schneider D., Wisselink F., Czarnecki C. (2017) Qualitative Wertschöpfungsanalyse von Anwendungsfällen des Narrowband Internet of Things. In: Barton T., Herrmann F., Meister V. Müller C., Seel C. (Hrsg.): angewandte Forschung in der Wirtschaftsinformatik: Prozesse, Technologie, Anwendungen, Systeme und Management. Aschaffenburg, S. 184-193.
  • Schneider D., Wisselink F., Czarnecki C. (2017) Transformation von Wertschöpfungsketten durch das Internet der Dinge – Bewertungsrahmen und Fallstudie. In: Eibl M., Gaedke M. (Hrsg.): Lecture Notes in Informatics (LNI) – Proceedings, Vol. P-275. Chemnitz, S. 2081-2094.
  • ·Wisselink F., Schneider D. (2018) The Artificial Intelligence Challenge: How Telcos can obtain a Grand Prix for Insights Monetization. In: Detecon International GmbH (Hrsg.): Future Telco IV. Springer.


[1] Deutsche Telekom AG (2017) Hamburg macht Parken einfach Mit der Telekom freie Parkplätze finden, buchen und bezahlen. https://www.telekom.com/de/medien/medieninformationen/detail/hamburg-macht-parken-einfach-488342.

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